Koebler Nemeth Kurtz Prokop

 

Halten für das Projekt „Patientenbegleitung“ Ausschau nach Fördergeldern (von links): Manfred Koebler (Vorsitzender Kreisseniorenrat Böblingen),
Paul Nemeth (CDU-Landtagsabgeordneter Wahlkreis Böblingen-Sindelfingen-Schönbuch),

Sabine Kurtz (CDU-Landtagsabgeordnete Wahlkreis Leonberg-Herrenberg) und Professor Axel Prokop (Chefarzt Unfallchirurgie Klinikum Sindelfingen)

 

29. Januar 2019. Patientenbegleitung im Krankenhaus – so nennt sich das Projekt, das der Böblinger Kreisseniorenrat in Kooperation mit dem Klinikverbund Südwest und der Einbindung des Vereins FISH Leonberg seit Juli 2017 in vier Krankenhäusern umsetzt. Jetzt geht es darum, die langfristige Finanzierung des Projekts abzusichern. Mit dabei helfen wollen der Böblinger CDU-Landtagsabgeordnete Paul Nemeth und seine Kollegin Sabine Kurtz aus Leonberg.
Seit Juli 2017 sieht man in den Krankenhäusern in Sindelfingen, Böblingen, Leonberg und Herrenberg nicht nur Ärzte, Schwestern oder Angehörige über die weitläufigen Flure laufen – auch zahlreiche Patientenbegleiter gehören in diesen vier Häusern in derzeit neun Pflegebereichen mittlerweile zum Klinikalltag. Ins Leben gerufen wurde das Projekt, das primär zur Vermeidung von Depression und Delir, sprich Verwirrung, bei den vornehmlich älteren Patienten beitragen soll, federführend vom Kreisseniorenrat Böblingen  und dem Klinikverbund Südwest. Auch der Verein FISH Leonberg (Fördern, Integrieren, Schulen, Helfen) ist in das Projekt mit eingebunden. „Bei rund 20 Prozent der älteren und einsamen Leute besteht bei einem längeren Klinikaufenthalt die Gefahr, depressiv oder verwirrt zu werden. Dies ist oftmals verbunden mit gravierenden Auswirkungen auf die weitere Gesundheit oder auch mit hohen Kosten. Unsere Patientenbegleiter wirken mit ihrem Tun in enger Absprache mit dem Klinikpersonal genau dieser Entwicklung entgegen“, macht der Vorsitzende des Kreisseniorenrats, Manfred Koebler, deutlich. Derzeit sind in den vier Krankenhäusern an nahezu allen Wochentagen insgesamt 65 Patientenbegleiter im Einsatz. „Besucht werden pro Monat immer rund 260 Patienten“, sagt Manfred Koebler.

Und die vielen Besuche verfehlen ihr Ziel nicht. „Bei den bisher über 2500 besuchten Patienten wurde bei keinem ein Delir oder eine Depression festgestellt. Deshalb kann man davon ausgehen, dass unsere Patientenbegleitung ihren Zweck absolut erfüllt und zudem für Patienten, Begleiter und Bedienstete eine Win-Win-Win-Situation darstellt“, ist sich Professor Dr. Axel Prokop, der Chefarzt der Unfallchirurgie am Sindelfinger Krankenhaus, sicher. „Durch das Projekt wird den Patienten geholfen, die Patientenbegleiter haben eine erfüllende Aufgabe und das Krankenhauspersonal wird entlastet“, pflichtet der Böblinger CDU-Landtagsabgeordnete Paul Nemeth dem Chirurgen bei.

Finanziell abgedeckt ist das Projekt Patientenbegleitung bis Mitte 2020 durch diverse Spenden. Die Finanzmittel für die Zeit danach sind bisher noch nicht gesichert. „Bei uns bekommt jeder Begleiter eine kleine Aufwandsentschädigung. Zudem wollen wir weitere Krankenstationen einbeziehen und werden ein weiteres Projekt in unseren Krankenhäusern neu einführen, eine „Intensiv-Begleitung von Patienten vor und nach einer Operation“. Daher sind wir derzeit auf der Suche nach weiteren Fördergeldern“, sagt Manfred Koebler.
Auf Vermittlung von Paul Nemeth und seiner Fraktionskollegin aus  Leonberg, Sabine Kurtz, stellten Manfred Koebler und Professor Axel Prokop ihr Projekt daher jetzt Vertretern aus dem Sozialministerium vor.
„Ich freue mich, dass auch die Fachexperten aus dem Sozialministerium diesem Projekt eine hohe Bedeutung beimessen“, sagt Sabine Kurtz.
Kurtz und Nemeth wollen nun gemeinsam mit den Projektverantwortlichen die Augen nach weiteren Geldquellen offen halten.
„Wir werden für das Projekt der Patientenbegleitung auch nach anderen mögliche Fördertöpfen Ausschau halten, zum Beispiel bei verschiedene Stiftungen“, kündigt Paul Nemeth an.
Damit in den Krankenhäusern in Sindelfingen, Böblingen, Leonberg und Herrenberg die Patientenbegleiter auch in den kommenden Jahren zum Klinikalltag gehören.